H.K.-Quintett

Ein TANZFONDS ERBE Projekt von
DanceLab Berlin / Norbert Servos,
Jorge Morro

Bildgalerie

H.K.-Quintett

In H.K. - Quintett erproben fünf Tänzer mit starker Persönlichkeit verschiedene Identitäten - in einer Zeit, in der scheinbar alles möglich ist. Wer bin ich? Woher komme ich? Wer will ich sein? Und beginnt nicht jede Form der Identität mit dem Mut zur Abweichung? Kann man heute noch mit dem eigenen Körper Zeichen setzen? Signale einer eigenen Identität? Ein Spiel mit Verwicklungen, Abstürzen und neuen Aufbrüchen. Ich, schrieb Arthur Rimbaud, ist ein Anderer.

 

HOMMAGE AN EINEN GROSSEN DES AUSDRUCKSTANZES
Mit El Circulo Eterno und H.K.-Quintett kreieren Norbert Servos und Jorge Morro eine Hommage an den Ausdruckstänzer. Und doch sind beide Werke Kommentare aus heutiger Sicht. (...) Was an beiden Auseinandersetzungen mit dem großen Dramatiker des Ausdruckstanzes besticht, sind die souveräne Form, mit der Servos und Morro ihre varianten choreografischen Gebilde im Raum platzieren, der immer wieder erkennbare Bezug auf ihr Vorbild, selbst wenn das Geschehen ins Tanztheater von heute ausufert, und freilich die mustergültige Präzision der Tänzer, allen voran Silvia Ventura und Jorge Morro, die Interpreten bereits des Duos um den Ewigen Kreis.
Volkmar Draeger, Neues Deutschland 11.06.2016, tanznetz

UNE CHAMBRE A SOI
Il n'y a plus de normativité qui tienne, déboutée en scène par les divergences émanant simplement de chaque corps des danseurs. Un équilibre aussi harmonieux que vivifiant se trouve au sein du collectif, laissant s'épanouir les singularités respectives en une égale intensité de présence. Si Jules Renard écrivait «Le savant généralise, l'artiste individualise», le DanceLab Berlin fertilise cette notion d'individualité avec virtuosité. 
Sophie Lespiaux, Paris 2016

DANCELAB BERLIN GIBT SEIN DEBUT BEI DANZA GIJON 
Die 17. Ausgabe des Festivals Muestra de Danza Contemporanea y Artes del Movimiento eröffnete vorgestern im Teatro Jovellanos in Gijón mit dem Spanien-Debut der experimentellen deutschen Kompanie DanceLab Berlin unter Leitung von Jorge Morro und Norbert Servos. DanceLab zeigte eine seiner beispielhaften Kreationen: H.K. - Quintett, den zweiten Teil seiner Hommage an den bedeutenden Tänzer, Lehrer und Choreographen Harald Kreutzberg (1902 – 1968) zu Musik von Max Richter. (...)
Das etwas über einstündige Stück zitiert nicht unmittelbar Kreutzbergs Ästhetik, sondern sucht einen offenen, zeitgenössischen Umgang mit der deutschen Tanztradition, indem es Masken oder Rudolf von Labans Kultobjekt des Ikosaeders verwendet, der wie ein Kristallisationspunkt choreographischer Interaktion wirkt. (…) Wie schon im ersten Teil der Hommage zeigen vor allem Jorge Morro und Silvia Ventura einen ebenso genialen wie suggestiven Umgang mit Labans Idee der Kinesphäre, verkörpert im Raummodell des Ikosaeders.
H.K. - Quintett bedient sich einer fragmentarischen Erzählweise, die nur scheinbar die Bewegung des Anti-Tanzes repräsentiert, tatsächlich aber zu den Ursprüngen tänzerischen Ausdrucks zurückkehrt, gegen den wir schon viel zu lange gekämpft haben. Er ist die Matrix einer künstlerischen, sozialen und menschlichen Identität. Das Stück zeigt ein kollektives und individuelles Ringen um ehrliche Wege zu einer eigenen Identität, das sich in den Soli, Duos und Gruppenaktionen spiegelt. Dieses choreographische Prinzip verleiht dem Stück beachtliches Gewicht und Tiefe und zugleich eine Transzendenz, die das Publikum vor allem durch die atmosphärische Dichte der Choreographie erfährt.
Roger Salas, El Pais, 13.10.2017